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	<title>Familie Höck</title>
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	<description>Landwirtschaft zum Anfassen</description>
	<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 12:40:41 +0000</pubDate>
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		<title>Rückschau auf die Ereignisse auf dem Milchmarkt seit September 2007</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 16:57:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marlis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Milchpreis]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Berufskollegen und Berufskolleginnen, liebe Freunde.
Ich wurde gebeten, eine kleine Rückschau zu halten, Ereignisse und Stimmungen in Erinnerung zu rufen. Ich will dies gerne versuchen.
Denken Sie an die Situation auf dem Milchmarkt vor ziemlich genau einem Jahr. Nahrungsmittel, speziell Milch waren auf dem europäischen Markt knapp und teuer. Dies führte zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>liebe Berufskollegen und Berufskolleginnen, liebe Freunde.</p>
<p>Ich wurde gebeten, eine kleine Rückschau zu halten, Ereignisse und Stimmungen in Erinnerung zu rufen. Ich will dies gerne versuchen.</p>
<p>Denken Sie an die Situation auf dem Milchmarkt vor ziemlich genau einem Jahr. Nahrungsmittel, speziell Milch waren auf dem europäischen Markt knapp und teuer. Dies führte zur Auszahlung eines Grundpreises von etwa 42 Cent von September bis Dezember 2007. Wie wunderbar! Man hörte Äußerungen unter den Milchbauern wie: „Jetzt macht die Arbeit wieder Spaß! Das wurde aber auch bald Zeit!“ Denn dass die Preise für Treibstoffe, Futter- und Düngemittel stark gestiegen waren, das hatte so manch einem Sorgenfalten auf die Stirn gezeichnet.</p>
<p>Hinzu kamen starke Spekulationen an den Börsen mit Weizen, Soja, Reis, Mais und anderen Nahrungs- und Futtermitteln, welche die Preise weiter in die Höhe schießen ließen. Folglich musste die Milch teurer werden, wenn sie kostendeckend hergestellt werden sollte. Ein Preis, der langfristig unter den Herstellungskosten liegt, wird die Produktionsbasis, unsere Milchbetriebe, zerstören.</p>
<p>Aber es war zu schön, um wahr zu bleiben.</p>
<p>Zwei Ereignisse mit verheerenden Folgen werden wir niemals vergessen. Zunächst ermutigte die Genossenschaftsmolkerei Nordmilch ihre Milchlieferanten, mehr Milch zu produzieren, die dann im Frühjahr diesen Jahres auf den Markt schwemmte und zum zweiten kaufte die Privatmolkerei Müller zur gleichen Zeit Milch günstig im angrenzenden Ausland (Tschechien) ein und bot sie unter Preis unseren Discountern an. All dies geschah just zu dem Zeitpunkt, als Molkereien und Discounter am gemeinsamen Tisch saßen, um Preisverhandlungen zu führen.</p>
<p>Die Folge: Am 21. April 2008 bietet Aldi den Liter Vollmilch statt für 73 Cent nur noch für 61 Cent an, fettarme Milch kostet statt 66 nur noch 54 Cent, 12 Cent billiger. Lidl zieht nach und da die beiden Discounter mehr als die Hälfte der gesamten Milch in Deutschland verkaufen, senken auch Rewe und Edeka ihre Milchpreise.</p>
<p>Die Molkereien zahlen den Milchbauern nur noch zwischen 30 und 35 Cent pro Liter, Tendenz fallend, zu wenig um kostendeckend zu produzieren, sagt der BDM.</p>
<p>So kam es zu einem noch nie dagewesenen Solidaritätsbeweis unter den Milcherzeugern, zum Milchboykott. In der letzten Maiwoche und der ersten Juniwoche flossen Millionen Liter Milch ins „Aus“. Nach kurzem Zögern, denn im Hinterkopf hatte jeder von uns neben dem Verdienstausfall auch die großen Augen hungernder Kinder in der 3. Welt, öffneten auch wir den Tank.</p>
<p>Die Wahrheit ist nämlich, dass wir mit der vernichteten Milch nicht einem Menschen in den armen Ländern das Leben hätten retten können, im Gegenteil: wir schaden den Menschen dort, wenn wir sie mit billigen, weil subventioniert, Milchprodukten zuschütten. So billig kann dort vor Ort nicht produziert werden. Niemand kauft die vor Ort erzeugten Produkte, sie sind zu teuer im Vergleich zu unseren Billigimporten, die Landwirtschaft geht ein, verkümmert.</p>
<p>Am 1. Juni fand ein Solidaritätsfrühschoppen auf unserem Hof statt. Über 300 Milchbauern und deren Familien trafen sich bei uns, um ihre Meinungen auszutauschen, um sich gegenseitig Mut zu machen. Überwältigend! Wirklich! Weit über die Kreisgrenzen hinaus kamen die Landwirte, sogar aus Lindlar, meiner alten Heimat. So muss es sein: zusammenhalten wie eine große Familie, denn nur gemeinsam sind wir stark.</p>
<p>Schließlich konnte sogar noch eine Spende in Höhe von 1000 Euro an Misereor getätigt werden, und zwar an ein Projekt in Burkina Faso. Mit Hilfe dieses Projektes lernen die Menschen dort ihr Land fruchtbar zu nutzen und es der Wüste wieder abzugewinnen. Ihre Großväter und Urgroßväter nutzten das Land landwirtschaftlich, bis unsere Billigprodukte kamen und alles verödete.</p>
<p>Auch wir Bäuerinnen gingen auf die Straße, sprachen mit Passanten und hörten überall: Wir sind bereit 10 Cent mehr für die Milch zu bezahlen, wenn wir sicher sein können, dass das Geld auch bei euch ankommt.</p>
<p>In diesen 2 Wochen des Milchboykotts ist ein enormer Zusammenhalt zwischen den Bauern gewachsen, so wie ich es vorher niemals erlebt habe.</p>
<p>Einen letzten Höhepunkt erfuhr dieses Zusammengehörigkeitsgefühl dann noch in einer gewaltigen, Deutschland weiten Sternfahrt nach Berlin, Treffpunkt Brandenburger Tor, und zwar am 5. Juni 2008. Über 7000 Milchbauern versammelten sich hier zu einer Kundgebung. Von Berlin erreichte uns Daheimgebliebene die Nachricht: „Wir liefern wieder.“</p>
<p>Arme Milchspedition. Ich glaube, an jenem Abend reichte dort die Kapazität der Mail Box kaum aus.</p>
<p>Was haben wir mit unserem Lieferstopp erreicht?</p>
<p>- Sicherlich haben wir es geschafft, dass der Milchpreis, der seit Januar stetig gesunken war und sicher auch weiter gesunken wäre, nun auf dem Stand von Mai 2008 stagnierte. Er pendelte sich im Juli auf rund 33,5 Cent je Liter im Durchschnitt ein. Das ist knapp 1 Cent mehr je Liter als im Juli 2007. Diese Angaben habe ich übernommen von der ZMP (Zentrale Markt- und Preisstelle für Agrarprodukte)</p>
<p>- Außerdem betrachtet man uns mit vorsichtigem Respekt, denn niemand hätte geglaubt, dass so viele Bauern ihre Milch vernichten und sich solidarisieren, ist die Milch doch unser Verdienst und nur mit großer Mühe, körperlicher Anstrengung und harter Disziplin zu erzielen.</p>
<p>- Nicht zu vergessen ist das große Zusammengehörigkeitsgefühl, das wir in diesen schweren Tagen entwickelt haben. Und da möchte ich Sie alle ganz herzlich bitten: Arbeiten wir weiter daran. Lassen Sie uns zusammenhalten!</p>
<p>Herr Schaber, hier haben Sie und die verantwortlichen Mitarbeiter vom BDM einen ganz dicken Applaus verdient!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!</p>
<p>Eine große Bitte habe ich an dieser Stelle an Sie, Herr Schaber, aber auch an uns alle: Nämlich dass wir immer über unseren Tellerrand hinausschauen. Es gibt auch gesunde Meinungen und Vorschläge bei Bauern, die nicht im BDM sind. Offenheit ist wichtig und Bodenständigkeit.</p>
<p>Nochmals betonen möchte ich: wir müssen zusammenhalten und das nicht nur hier in Bund und Land, nein auch über unsere Landesgrenze hinweg, gemeinsam in Brüssel, wie eine große Familie in der EU, das soll unser angestrebtes Ziel sein: ein großer Solidaritätsfrühschoppen in Brüssel.</p>
<p>Insgesamt betrachtet sind unsere Probleme leider noch nicht gelöst, oh nein! Wir haben zu viel Milch am Markt. Die Milchmenge muss sinken.</p>
<p>Es kommen Diskussionen auf:</p>
<p>- Ändern wir den Umrechnungsfaktor von 1,02 auf 1,03( =&gt; das würde bedeuten, dass jeder nun 1% weniger Milch erzeugen darf, um seine Quote auszuschöpfen.)</p>
<p>- Schaffen wir die Bundes- und Molkereisaldierung ab( =&gt; dies ist aber eine Maßnahme nur für deutsche Milcherzeuger. Profitieren werden die exportorientierten Nachbarländer (Holland, Dänemark und Frankreich), die heute bereits 35% des deutschen Milchmarktes halten. Die werden sich die Hände reiben und deutschen Molkereien wird es doppelt schwer fallen, verlorengegangenes Terrain wiederzugewinnen.)(Lieber Lambert, was in den Klammern steht, werde ich nicht vorlesen. Ich habe es nur für mich stehengelassen.)</p>
<p>Diese beiden Punkte werden gleich im Anschluss näher erläutert und sicher auch diskutiert.</p>
<p>- Ein dritter Diskussionspunkt sind die Molkereien. Dieser Punkt liegt mir besonders auf dem Herzen, weil ich finde, hier liegt einiges im Argen. Erinnern Sie sich an die Situation Ende Mai, als die Molkereien unsere Milch so viel billiger an die Discounter verkauften. In einem Leserbrief damals forderte ich, dass es ist die Pflicht einer Genossenschaftsmolkerei ist, mehr Transparenz zu schaffen, eine bessere Informationspolitik zu betreiben über Hintergründe am Markt und Vorgänge in der Molkerei. Wir Bauern wollen mit an den Tisch, wo Verhandlungen stattfinden. Geändert hat sich seit damals nichts. Wer nicht im Aufsichtsrat der Molkerei ist erfährt nichts. Das ist traurig und unbefriedigend. Schließlich geht es um unsere Milch und unseren Verdienst.</p>
<p>Deutschland braucht Molkereien mit Europa-Format. Dies ist ebenfalls ein Abend füllendes Thema und ich werde an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. (Fatal für die gesamte deutsche Milchwirtschaft wäre es, eine zersplitterte Anbieterstruktur auf Molkereiseite beibehalten zu wollen. Damit gerät die deutsche Milch mehr und mehr in die Zange zwischen Lebensmittelhandel und ausländischen Molkereien.)</p>
<p>(Bei der Vorbereitung stieß ich in der Top-Agrar auf einen weiteren interessanten Text, welcher besagt, dass es 4 Schlüssel zum Erfolg eines Milchviehbetriebes gibt. Neben dem Milchpreis, der zweifellos wichtig ist für eine rentable Produktion, beeinflussen 3 weitere Faktoren den Erfolg eines Milchviehbetriebes:</p>
<p>- Optimale Produktionstechnik</p>
<p>- Niedrige Kosten</p>
<p>- Hoher Umsatz</p>
<p>Auf diese drei Faktoren hat der Betriebsleiter den größten Einfluss. Sein Handwerk professionell zu machen und dabei viel Milch zu verkaufen, die kostengünstig produziert wurde – das war, ist und bleibt entscheidend, wenn man mit Kühen Geld verdienen will.)</p>
<p>Abschließend möchte ich ganz besonders unseren jungen Landwirten und Hofnachfolgern ein wenig Mut machen. Wir sollten ihnen die vielen positiven Seiten unseres Berufes vorleben und sie motivieren, damit ihre Familien ohne Angst Zukunftspläne schmieden und mit Optimismus und Zuversicht ihre Betriebe weiterentwickeln können. Wir wissen alle nicht genau, was auf uns zukommt, aber es bringt auch nichts, uns verrückt zu machen. In der Ruhe liegt die Kraft.</p>
<p>Marlis Höck</p>
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		<title>Milchpreissenkung am 1.11.2008</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 16:49:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marlis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Milchpreis]]></category>

		<category><![CDATA[Schlagwort hinzufügen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die jüngste Milchpreissenkung macht mich sprachlos. Wo sind die im Mai getätigten Versprechungen der Discounter, den Milchpreis im Laden zu erhöhen, d.h. den Molkereien die Milch teurer zu bezahlen. Sie waren wohl nur zur Gemütsberuhigung während der Protestaktionen. Mir fehlen die Worte! Denn nun ist der Milchpreis im Geschäft seit April sogar um insgesamt 18 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die jüngste Milchpreissenkung macht mich sprachlos. Wo sind die im Mai getätigten Versprechungen der Discounter, den Milchpreis im Laden zu erhöhen, d.h. den Molkereien die Milch teurer zu bezahlen. Sie waren wohl nur zur Gemütsberuhigung während der Protestaktionen. Mir fehlen die Worte! Denn nun ist der Milchpreis im Geschäft seit April sogar um insgesamt 18 Cent pro Liter gesunken. Eine einfache Rechnung:</p>
<p>In den Vertragsverhandlungen mit den Molkereien im April diesen Jahres senkten die Discounter den Milchpreis um 12 Cent pro Liter. Im Mai/Anfang Juni, am Ende des Milchboykotts, wurde die Senkung um 7 Cent zurückgenommen, d.h. die Molkereien bekamen 7 Cent mehr für einen Liter Milch, den sie an den Discounter verkauften (ein Geld, von dem übrigens wenig bei uns Erzeugern angekommen ist). Ende Mai, Anfang Juni betrug die Milchpreissenkung also noch 5 Cent. Nun gab es diesen Oktober neue Preisverhandlungen mit den Molkereien - das Resultat: Preissenkung bei Frischmilch um 13 Cent. Addiert man diese 13 Cent zu den 5 Cent von Mai/Juni, so hat man insgesamt eine Milchpreissenkung von 18 Cent innerhalb weniger Monate.</p>
<p>Und dann noch die Frechheit der Discounter, einer Sendung „Galileo“ zu erklären: „Wir wollen den deutschen Markt vor billigen ausländischen Milchprodukten schützen. Der deutsche Milchmarkt sei voll, deshalb müsse die Milch billig sein damit sie auf jeden Fall verkauft würde. Andernfalls würde billige Milch aus dem Ausland auf unseren Markt drängen.“ </p>
<p>Wer entscheidet, welche Artikel im Laden angeboten werden?! Doch wohl der Discounter selbst! Wie einfach wäre es, zu sagen: „Wir verkaufen nur deutsche Produkte, sie sind qualitativ sehr gut. Deshalb sind wir bereit, den Molkereien pro Liter Milch mehr zu bezahlen, zumal der Verbraucher die Milchprodukte auch teurer einkaufen würde.“</p>
<p>Wenn die Preisentwicklung so weitergeht, wird es bald keine deutschen Milchbauern mehr geben, dann gibt es nur noch ausländische Milch und Milchprodukte zu kaufen. Guten Appetit!!!</p>
<p>Und außerdem: Wo bleibt unser Bundeskartellamt?<span> </span>Es ist dazu da, negative Auswirkungen von Machtkonzentrationen auf Märkten zu bekämpfen, mit anderen Worten: den Missbrauch von marktbeherrschenden Stellungen zu untersagen. Es darf sogar Geldstrafen verhängen. Spätestens jetzt muss das Kartellamt<span> </span>einschreiten, denn niemand kann von der Hand weisen, dass sich die Discounter bei der jüngsten Milchpreissenkung abgesprochen haben. Es kann kein Zufall sein, dass Discounter und Lebensmittelketten innerhalb weniger Tage den Verkaufspreis für Milch um ein und denselben Betrag gesenkt haben. Das ist eine Machtkonzentration auf unserem Markt, speziell unserem Milchmarkt, die sich negativ auswirkt, da die Milch unter Preis eingekauft wird.</p>
<p>Warum schreitet das Kartellamt nicht ein? </p>
<p>Und zuletzt unsere Molkereien: Sie sind nach wie vor undurchsichtig für uns Bauern, wie widersinnig, denn eigentlich sind ja wir Bauern die Molkerei! Aber der Informationsfluss stimmt nicht. Wo blieben z.B. die 7 Cent, die Ende Mai/Anfang Juni von den Discountern mehr für unsere Milch bezahlt wurden. Wie ich schon sagte schien dieses Geld kaum bei uns Bauern anzukommen. Der Grundauszahlungspreis für unsere Milch stieg nämlich nicht seit Mai wie man hätte erwarten können, sondern er stagnierte und fällt nun wieder stetig. Prognosen beschreiben, dass er weit unter 30 Cent pro Liter fallen wird.</p>
<p>Ein Fehler ist sicher, dass jede Molkerei ihre eigene „Milchsuppe“ kocht. Deshalb sind die Molkereien gegeneinander auszuspielen, ein Leichtes für die Discounter. Die Molkereien gehören an einen Tisch. Nur gemeinsam sind sie stark.</p>
<p>Marlis Höck</p>
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		<title>Es brennt</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 16:45:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marlis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Milchpreis]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Wo bleibt die Unterstützung der Regierung. Ich vermisse Ihre Reaktion, Frau Merkel. Unsere Situation ist sehr ernst. In jedes Krisengebiet fahren Sie umgehend oder geben Ihre Betroffenheit kund. Wo sind Sie bei Ihren deutschen Bauern? Haben Sie Angst sich Ihre Finger zu verbrennen? Wir sind Ihre Wähler, Frau Merkel, oder waren wir es?! Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 16pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal">Wo bleibt die Unterstützung der Regierung. Ich vermisse Ihre Reaktion, Frau Merkel. Unsere Situation ist sehr ernst. In jedes Krisengebiet fahren Sie umgehend oder geben Ihre Betroffenheit kund. Wo sind Sie bei Ihren deutschen Bauern? Haben Sie Angst sich Ihre Finger zu verbrennen? Wir sind Ihre Wähler, Frau Merkel, oder waren wir es?! <strong>Es brennt!!!</strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal">Hier noch einige Gedanken zum Streik:</p>
<p class="MsoNormal">Der Streik von uns Bauern unterscheidet sich gewaltig vom Streik anderer Arbeitnehmer. Wenn andere Arbeitnehmer streiken, dann „legen sie ihre Arbeit nieder“, sie bekommen außerdem wenigstens einen Teil ihres Gehaltes weiterbezahlt. Wie anders ist das bei uns Bauern. Da kann keine Arbeit niedergelegt werden. Unsere Kühe würden sehr protestieren. Sie müssen weiter morgens, abends und auch am Wochenende gemolken werden. Die Arbeit auf dem Feld geht weiter. Grassilage oder Heu müssen eingebracht werden. An dieser Stelle möchte ich meine Hochachtung für viele Bäuerinnen aussprechen, deren Männer zur Blockade fahren. Sie bleiben zu Hause. Auf ihren Schultern lastet nun doppelte Arbeit. Die Versorgung<span> </span>der Tiere zusätzlich zum täglichen Arbeitspensum: das „Taxi Mama“ kann nämlich auch keine Arbeit niederlegen. Und wie viele Altenteiler werden auf Höfen gepflegt. Hut ab!</p>
<p class="MsoNormal">Die Kosten auf unseren Höfen laufen auch weiter: da kommt der Tierarzt, da laufen die Traktoren bei der Ernte und verbrauchen 100te Liter Diesel, da müssen <span> </span>Mais und Getreide mit überteuerten Spritzmitteln gespritzt werden, da müssen Wiesen mit im Vergleich zum vergangenem<span> </span>Jahr doppelt so teurem Dünger gedüngt werden, die Kühe fressen weiter ihr Kraftfutter, da<span> </span>ihr Verdauungssystem sonst zusammenbrechen würde, ich kann dies endlos weiterführen, aber die Milch, unser Einkommen, läuft weg.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Ich lese in einem Ihrer Artikel: „Die Molkereien trifft es inzwischen hart. Der Schaden geht in die Millionen.“ Das bringt mich zum Lachen! Was glauben Sie, liebe Leser, wer diese Millionen letztendlich trägt? Natürlich auch wieder wir Bauern, weil die Molkereien uns dieses Geld von unserem zukünftigen Milchgeld abziehen werden</strong>.</p>
<p class="MsoNormal">Und seien wir doch einmal ehrlich: <strong>Den großen Discountern ist es doch völlig egal wie teuer sie ihre Milch in den Regalen anbieten. Wichtig ist doch nur, dass es niemanden gibt, der sie billiger anbietet.</strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong>Kein wirtschaftliches Unternehmen würde sein Produkt unter Preis verkaufen</strong>!</p>
<p class="MsoNormal">Sie haben Recht, Frau Jansen, wenn Sie sagen: „Der Boykott darf keine Ausmaße annehmen.“ Da bitte ich meine „Mitstreiker“ auch sehr ernsthaft und eindringlich, niemanden zu verletzen oder ernsthaft zu gefährden. <strong>Unser Streik ist berechtigt! Wir haben es nicht nötig gewalttätig zu werden! </strong>Die Masse der Bevölkerung steht hinter uns und versteht uns, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanke. Aber es ist wie bei einer schlimmen Krankheit: Freunde klopfen uns auf die Schulter und bekunden ihr Mitleid. Das stärkt, aber tragen muss man die Not letztendlich allein.</p>
<p class="MsoNormal">
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